grommunio Web 5.0 im ForgeOne-Lab
Dieser Beitrag ist der technische Deep Dive zur grommunio-Web-5-Veröffentlichung. Er trennt Herstellerangaben von dem, was wir in einer eigenen grommunio-Appliance tatsächlich geprüft haben. Wichtig war nicht nur, ob der neue Webclient startet, sondern was das Update für Funktionspostfächer, Automount-Skripte, Admins und reale Benutzerabläufe bedeutet.
Die kurze News zur Veröffentlichung steht separat unter grommunio Web 5.0 veröffentlicht. Dieser Beitrag bleibt bewusst technischer.
Getestete Grundlage
Getestet wurde am 17. September 2026 auf einer isolierten grommunio-Appliance 2026.06.1. Installiert waren grommunio Web 5.0.18.g733d827bd, Gromox 3.10.147.m6714105 und grommunio Admin API 1.21.14.m7efd177. Die Tests liefen mit Playwright Chromium gegen den Webclient, zusätzlich wurden Websettings, Pakete, Dienste, Benutzer, Domains und Folder Permissions per CLI geprüft.
Im Lab gab es zwei Domains, normale Benutzer, ein Funktionspostfach und zwei zusätzliche Testkonten für Automount-Migrationen. Für Screenshots wurden nur Testdaten verwendet; Secrets und interne Pfade erscheinen nicht im öffentlichen Artikel.
Warum Web 5 für Administratoren relevant ist
grommunio Web 5 ist nicht nur eine neue Oberfläche. Für den Betrieb sind besonders drei Punkte relevant: Erstens ändert sich die sichtbare Bedienung mit Command Palette, Shortcut-Ansicht und modernerem Theme. Zweitens müssen Shared-Mailbox-Abläufe weiterhin verlässlich funktionieren. Drittens verschiebt sich die Settings-Welt weg von historischen zarafa-Bezeichnungen hin zu grommunio/v1.
Gerade der dritte Punkt betrifft Automatisierungen. Viele ältere Notizen und Scripts greifen auf settings.zarafa.v1.contexts.hierarchy.shared_stores zu. In Web 5 ist für neue Automounts settings.grommunio.v1.contexts.hierarchy.shared_stores der richtige Zielpfad.
Command Palette und Bedienung
Die Command Palette war im Lab per Ctrl+K erreichbar. Darüber konnten Einstellungen und Darstellungsaktionen geöffnet werden. Das ist für Power-User hilfreich, weil grommunio Web häufiger wie eine Desktop-Anwendung bedient werden kann.
Einstellungen, Version und Undo/Redo
Die Einstellungsseite zeigte im Lab grommunio Web 5.0.18.g733d827bd, Gromox 3.10.147.m6714105, Basic Authentication und den verwendeten Chromium-Browser. Die Option für Undo und Redo von Nachrichtenaktionen war sichtbar. Einen vollständigen funktionalen Undo-/Redo-Ablauf behandeln wir aber nur als teilweise geprüft, weil ein reproduzierbarer Move-/Delete-/Undo-Workflow im Headless-Lauf nicht stabil abgeschlossen wurde.
Shared Mailboxes und Ordnerrechte
Das Funktionspostfach shared-folders@example-a.test wurde in grommunio Web angezeigt. Alice sah den freigegebenen Ordner Finance, Bob sah Sales und Projects. Nicht freigegebene Ordner wurden im jeweiligen Benutzerkontext nicht sichtbar. Damit war der wichtigste produktive Pfad für eingebundene Funktionspostfächer im Webclient weiterhin gegeben.
Die separate Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einsatz eines Funktionspostfachs als Public-Folder-Alternative bleibt hier verlinkt: grommunio Funktionspostfach statt Public Folder.
Automount: von zarafa/v1 nach grommunio/v1
Für den Deep Dive wurden vier Automount-Fälle geprüft. Bestehende Benutzer mit bereits migrierten Einstellungen hatten nur noch grommunio/v1. Ein neuer Testbenutzer erhielt vor dem ersten Web-5-Login absichtlich nur den alten zarafa/v1-Pfad. Nach dem Login war der Shared Store sichtbar und die Websettings lagen unter grommunio/v1. Ein weiterer Testbenutzer erhielt den Shared Store direkt unter grommunio/v1; auch dieser Pfad funktionierte.
Das Ergebnis ist praktisch wichtig: Web 5 akzeptierte den alten Pfad im Lab noch und migrierte ihn, aber neue Automatisierungen sollten nicht mehr zarafa/v1 schreiben. Der aktuelle Zielpfad ist grommunio/v1.
{"settings": {"grommunio": {"v1": {"contexts": {"hierarchy": {"shared_stores": {"7368617265642d666f6c64657273406578616d706c652d612e74657374": {"all": {"folder_type": "all","show_subfolders": true}}}}}}}}}
Für eigene Automount-Skripte ist deshalb entscheidend, beide Welten bewusst zu behandeln: vorhandene zarafa/v1-Einstellungen lesen oder migrieren, aber neue Einträge unter grommunio/v1 schreiben.
#!/bin/bashset -euo pipefailWEB_USER="alice@example-a.test"SHARED_MAILBOX="shared-folders@example-a.test"SHARED_ID="$(printf '%s' "$SHARED_MAILBOX" | xxd -p -c 256)"SETTINGS="$(gromox-mbop -u "$WEB_USER" get-websettings)"UPDATED="$(printf '%s' "$SETTINGS" | jq --arg id "$SHARED_ID" '.settings //= {}| .settings.grommunio //= {}| .settings.grommunio.v1 //= {}| .settings.grommunio.v1.contexts //= {}| .settings.grommunio.v1.contexts.hierarchy //= {}| .settings.grommunio.v1.contexts.hierarchy.shared_stores //= {}| .settings.grommunio.v1.contexts.hierarchy.shared_stores[$id] = {"all": {"folder_type": "all","show_subfolders": true}}')"printf '%s' "$UPDATED" | gromox-mbop -u "$WEB_USER" set-websettings
Suche, Kategorien, Attachments und Document Viewer
Für Suche, Kategorien, Attachments und Document Viewer haben wir Testdaten erzeugt, aber bewusst nicht alles als vollständig abgenommen. Die Testmails und Anhänge lagen serverseitig vor. Die Websuche zeigte im Browser Suchfelder, Filter und Suchzustände, lieferte im Headless-Lauf aber keine reproduzierbare Trefferliste. Das ist ein PARTIAL, kein PASS.
Kategorien wurden nur im Web-Kontext sondiert; eine vollständige Outlook- und Mobile-Synchronisation war nicht Teil dieser Abnahme. Attachments wurden als Nachricht mit PDF, DOCX, XLSX, PPTX, CSV, Markdown, JSON und PNG erzeugt, aber Mehrfachauswahl, Speichern, Entfernen und Document Viewer wurden nicht komplett durchgeklickt. OpenPGP wurde ebenfalls nicht getestet.
Technische Abnahme
Die Ergebniskontrolle bleibt bewusst streng. PASS bedeutet hier, dass der konkrete Workflow im Lab ausgeführt und belegt wurde. PARTIAL bedeutet, dass ein Teil des Pfads geprüft wurde, aber kein vollständiger End-to-End-Nachweis vorliegt.
Web-5-Login und Oberfläche | PASS | Login, Mailansicht, Einstellungen und Versionsanzeige waren erreichbar.
Shared Mailbox sichtbar | PASS | Das Funktionspostfach shared-folders@example-a.test wurde in grommunio Web angezeigt.
Ordnerrechte | PASS | Alice sah Finance, Bob sah Sales und Projects; nicht freigegebene Ordner wurden nicht eingeblendet.
Command Palette | PASS | Ctrl+K öffnete die Palette und führte zu Einstellungen bzw. Darstellungsaktionen.
Dark Mode | PASS | Wechsel auf dunkles Theme war im zweiten Browserkontext sichtbar.
Suche | PARTIAL | Testmails waren serverseitig vorhanden, die Websuche zeigte im Headless-Lauf Filter und Suchzustände, aber keine belastbare Trefferliste.
Undo/Redo | PARTIAL | Die Option war sichtbar; ein vollständiger Lösch-/Move-/Undo-Workflow wurde im Headless-Lauf nicht zuverlässig abgeschlossen.
Kategorien | PARTIAL | Testnachricht und Web-Kontext wurden geprüft; Outlook-/Mobile-Synchronisation wurde nicht abgenommen.
Attachments | PARTIAL | Nachricht mit PDF, Office-, CSV-, Markdown-, JSON- und PNG-Anhängen wurde erzeugt; Web-Mehrfachauswahl und Viewer wurden nicht vollständig abgenommen.
Document Viewer | NOT TESTED | Keine vollständige Öffnen-/Schließen-/Formatmatrix im Webclient abgeschlossen.
OpenPGP | NOT TESTED | Kein Signieren, Verschlüsseln, Entschlüsseln und Verifizieren mit Testschlüsseln durchgeführt.
Notifications | PARTIAL | Einstellungen und UI wurden geprüft; Desktop-Benachrichtigungen lassen sich im Headless-Kontext nicht belastbar bewerten.
Legacy zarafa/v1 Shared Store | PASS WITH CONDITIONS | Web 5 akzeptierte den alten Namespace und migrierte nach dem Login nach grommunio/v1.
Neuer grommunio/v1 Shared Store | PASS | Direkt in grommunio/v1 gesetzte Shared Stores wurden angezeigt und blieben dort gespeichert.
Upgrade-Checkliste für Administratoren
Vor einem Rollout sollte Web 5 wie ein Client-Update mit Betriebsfolgen behandelt werden. Prüfe die installierten Paketstände, sichere die Websettings, kontrolliere Shared-Mailbox-Automounts, passe eigene Skripte auf grommunio/v1 an, teste Rollen- und Ordnersichten mit echten Benutzerprofilen und nimm Suche, Attachments, Kategorien, Document Viewer, OpenPGP und Notifications getrennt ab.
Bei Plugins, Themes oder kundenspezifischen Erweiterungen sollte zusätzlich geprüft werden, ob veraltete Zarafa-Bezeichnungen, alte Asset-Pfade oder Annahmen über das DOM noch vorhanden sind.
Was wir nicht als vollständig getestet werten
Nicht vollständig abgenommen wurden in diesem Lauf: OpenPGP mit echten Testschlüsseln, Desktop-Notifications, alle Document-Viewer-Formate, Attachment-Mehrfachaktionen, vollständige Kategorie-Synchronisation mit Outlook und mobilen Clients sowie performante Suche über große produktionsähnliche Mailboxen. Diese Punkte gehören in separate Kundentests, bevor daraus eine produktive Freigabe abgeleitet wird.
Fazit
grommunio Web 5.0 funktionierte im ForgeOne-Lab als moderner Webclient mit sichtbarer Command Palette, Dark Mode, Shared-Mailbox-Sichtbarkeit und grommunio/v1-Settings. Der wichtigste technische Befund ist die Automount-Migration: Alte zarafa/v1-Einträge wurden im Lab noch akzeptiert und nach grommunio/v1 überführt, neue Automatisierungen sollten aber konsequent grommunio/v1 schreiben.
Für produktive Umgebungen ist Web 5 damit kein reiner Optikwechsel. Es ist ein Update, das Bedienung, Settings, Shared-Mailbox-Betrieb und kundenspezifische Automatisierung gemeinsam betrachtet werden muss.


