# Digitale Souveränität braucht Mut zur Veränderung und Verantwortung

Source: https://forgeone.solutions/de/news/digitale-souveraenitaet-mut-zur-veraenderung-verantwortung
Language: de
Published: 2026-11-06
Updated: 2026-11-06

Im Austausch mit Süleyman Zorba über europäische Technologien, offene Standards, IT-Bildung und die digitale Zukunft Österreichs.

Am 5. November 2026 hatte ich als Vertreter von ForgeOne Gelegenheit, mit [Süleyman Zorba](https://www.parlament.gv.at/person/5681), Abgeordnetem zum österreichischen Nationalrat und IT-Techniker, über digitale Souveränität zu sprechen. Im Mittelpunkt standen europäische und österreichische Technologien, Open Source, IT-Bildung, öffentliche Beschaffung und die Frage, wie aus strategischen Zielen konkrete Veränderungen werden können.

Der Austausch war offen, konstruktiv und praxisnah. Ich habe dabei vor allem sechs Anliegen eingebracht: österreichische und europäische Technologien stärker zu berücksichtigen, bestehende Initiativen wie OSSBIG einzubinden, offene Technologien bereits ab der Unterstufe verständlich zu vermitteln, langfristige Herstellerabhängigkeiten kritisch zu betrachten, große IT-Beschaffungen gesellschaftlich sichtbarer zu machen und aus der Diskussion in konkrete Maßnahmen zu kommen.

Digitale Souveränität braucht Mut zur Veränderung, konkrete erste Schritte und Verantwortung für ein nachhaltiges Österreich. Nachhaltigkeit bedeutet dabei mehr als Energieeffizienz: Sie umfasst auch wartbare Technik, wirtschaftliche Tragfähigkeit, gesellschaftliche Teilhabe, organisatorisches Wissen und langfristige Handlungsmöglichkeiten.

## Vom technologischen Fundament zur praktischen Umsetzung

Bei meinem [vorangegangenen Austausch im Bundeskanzleramt](https://forgeone.solutions/de/news/digitale-souveraenitaet-austausch-bundeskanzleramt) stand das technologische Fundament im Vordergrund: Hardware, Betriebssysteme, Plattformen, offene Schnittstellen, Jurisdiktion und die Fähigkeit, Systeme eigenständig zu betreiben. Diese Betrachtung bleibt notwendig. Der nächste Schritt ist jedoch ebenso wichtig: Wie übertragen wir sie in Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und öffentliche Beschaffung?

Aus meiner praktischen Arbeit mit offenen Plattformen, Infrastruktur und Migrationen weiß ich, dass digitale Souveränität nicht ausschließlich eine langfristige Zukunftsvision bleiben muss. Organisationen können bereits heute Abhängigkeiten erfassen, Datenflüsse verstehen, Portabilität prüfen und geeignete Alternativen in überschaubaren Pilotprojekten erproben. Es geht nicht um einen unkontrollierten Komplettaustausch, sondern um belastbare Entscheidungsfreiheit.

## Europäische und österreichische Technologien stärker berücksichtigen

Österreich und Europa verfügen über Technologieunternehmen, IT-Dienstleister, Forschung, Rechenzentren und Open-Source-Communities, die einen größeren Beitrag zu unserer digitalen Infrastruktur leisten können. Häufig fehlt es weniger an grundsätzlichen Möglichkeiten als an Sichtbarkeit, Zugang zu Projekten und langfristiger Nachfrage.

Faire Wettbewerbsbedingungen bedeuten nicht, internationale Anbieter auszuschließen. Sie bedeuten, Anforderungen so zu formulieren, dass geeignete europäische Alternativen tatsächlich bewertet werden können. Kleine und mittlere Unternehmen benötigen realistische Zugänge zu öffentlichen Verfahren. Offene Standards, Interoperabilität, Datenportabilität und nachvollziehbare Exit-Strategien sollten dabei nicht als Zusatz, sondern als Bestandteil der Lebenszyklusbetrachtung verstanden werden.

Wenn europäische Lösungen Anforderungen bereits erfüllen, können sie unmittelbar eingesetzt werden. Wo noch funktionale Unterschiede bestehen, können tatsächliche Nutzung, Entwicklungsaufträge, Investitionen, qualifiziertes Kundenfeedback, größere Anwendergemeinschaften und professionelle Supportstrukturen zusätzliche Entwicklung ermöglichen. Kein Produkt holt automatisch auf. Ohne Nachfrage und langfristige wirtschaftliche Perspektiven entsteht aber auch keine nachhaltige europäische Produktentwicklung.

Meine Position dazu ist klar: Wir können nicht einerseits beklagen, dass Europa technologisch abhängig ist, und andererseits geeignete europäische Alternativen grundsätzlich unberücksichtigt lassen, weil sie noch nicht in jedem Detail den Funktionsumfang internationaler Marktführer erreichen. Voraussetzung bleiben selbstverständlich Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und ein belastbares Betriebsmodell.

## Bestehende Open-Source-Initiativen einbinden

In Österreich bestehen bereits Netzwerke, die Wirtschaft, öffentliche Hand und Open Source zusammenbringen. Dazu zählt die [OSSBIG – Open Source Software Business Innovation Group](https://www.ossbig.at/verein/). Der Verein beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung von Open Source sowie mit der Zusammenarbeit privater und öffentlicher Anwender.

Ein Anliegen, das ich im Gespräch besonders hervorgehoben habe, war die stärkere Einbindung solcher bestehenden Strukturen. Sie können Erfahrungen aus Betrieb und Beschaffung bündeln, Anforderungen aus der Praxis sichtbar machen und den Austausch zwischen Unternehmen, Politik, Verwaltung und Bildung unterstützen. Warum sollten wir vorhandene Initiativen nicht stärker in die Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zur digitalen Souveränität einbeziehen? OSSBIG ist dabei ein Beispiel für die bereits vorhandene Kompetenz und Vernetzung, auf die Österreich bei der praktischen Umsetzung digitaler Souveränität zurückgreifen kann.

## IT-Bildung: Technologien verstehen und selbst gestalten

Ein Schwerpunkt unseres Gesprächs war die Frage, wie wir die Fachkräfte von morgen für Technik begeistern. Mir ist dabei wichtig, dass Schülerinnen und Schüler schon in der Unterstufe unterschiedliche Systeme, offene Technologien und Denkweisen kennenlernen. Digitale Bildung darf sich nicht auf die Bedienung einzelner Anwendungen oder Produkte reduzieren.

Junge Menschen sollten ausprobieren können, wie Betriebssysteme, Netzwerke und Internetinfrastruktur funktionieren, wie Programme entstehen, wie Automatisierung Aufgaben verändert und warum Datenschutz, IT-Sicherheit und offene Dateiformate relevant sind. Linux und Open-Source-Software eignen sich dafür ebenso wie kommerzielle Werkzeuge. Entscheidend ist die Breite der Erfahrung.

Die Fachkräfte von morgen müssen Technologien nicht nur bedienen, sondern verstehen, hinterfragen und selbst gestalten können. Wer früh lernt, Probleme eigenständig zu lösen und Systeme auseinanderzunehmen, entwickelt jene Kompetenz, die später für sichere und souveräne Infrastruktur benötigt wird.

## Nicht nur darüber sprechen, sondern anfangen

Über digitale Souveränität wird seit Jahren diskutiert. Strategien, Veranstaltungen und Fachgespräche sind wichtig, bewirken für sich allein aber noch keine technologische Veränderung. Wir benötigen nicht zwingend eine weitere Grundsatzdiskussion darüber, ob digitale Souveränität wichtig ist. Wir müssen beginnen, die vorhandenen Möglichkeiten systematisch zu nutzen. Keine Organisation muss ihre gesamte Infrastruktur von heute auf morgen ersetzen. Mögliche erste Schritte sind:

1. Bestehende Herstellerabhängigkeiten und Vertragsbindungen erfassen.
2. Kritische Systeme, Daten und Schnittstellen identifizieren.
3. Offene Standards, Exportmöglichkeiten sowie Migrations- und Exit-Strategien entwickeln.
4. Geeignete österreichische und europäische Alternativen bei neuen Projekten verbindlich mit evaluieren, soweit dies rechtlich und sachlich angemessen ist.
5. Begrenzte Pilotprojekte mit klaren Erfolgskriterien durchführen und angemessen finanzieren.
6. Bestehende österreichische und europäische Infrastrukturangebote prüfen.
7. Bewährte Lösungen schrittweise in den Regelbetrieb übernehmen.
8. Eigenes Betriebswissen aufbauen und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und externe Kompetenz stärker vernetzen.
9. Erfolgreiche Projekte und ihre Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren und teilen.

Ein solcher Weg reduziert Veränderungsrisiken und schafft belastbare Erkenntnisse. Er verhindert zugleich, dass Souveränität auf eine abstrakte Forderung ohne praktische Konsequenz reduziert wird.

## Europäische Technologien sind bereits verfügbar

Für viele Aufgaben existieren heute europäische Lösungen, die je nach Anforderung direkt eingesetzt oder in Pilotprojekten bewertet werden können. Beispiele aus Bereichen, mit denen ForgeOne praktisch arbeitet, sind:

- [XWiki](https://forgeone.solutions/de/produkte/xwiki) für Wissensmanagement und Zusammenarbeit.
- [grommunio](https://forgeone.solutions/de/produkte/grommunio) für E-Mail, Groupware und Collaboration.
- [OpenProject](https://forgeone.solutions/de/produkte/openproject) für Projekt- und Portfoliomanagement.
- [Bareos](https://forgeone.solutions/de/produkte/bareos) für Backup, Archivierung und Wiederherstellung.
- [Proxmox VE](https://forgeone.solutions/de/produkte/proxmox) für Virtualisierung und Infrastrukturmanagement.
- [SUSE](https://forgeone.solutions/de/produkte/suse) für Enterprise Linux und Infrastrukturplattformen.
- [eM Client](https://forgeone.solutions/de/em-client) für E-Mail, Kalender und persönliche Produktivität.
- [orcharhino von ATIX](https://forgeone.solutions/de/produkte/orcharhino) für Systemmanagement, Provisionierung und Lifecycle-Automatisierung.

Diese Aufzählung ist keine pauschale Produktempfehlung. Ob eine Lösung passt, hängt von Funktionen, Integrationen, Support, Sicherheit, Skalierung, Betriebskompetenz und Kosten über den gesamten Lebenszyklus ab. Europäische Herkunft oder eine Open-Source-Lizenz allein machen ein System nicht automatisch souverän oder ökologisch nachhaltig.

Werden passende Lösungen tatsächlich eingesetzt, entstehen Referenzen, Rückmeldungen, Supportumsätze und Mittel für Weiterentwicklung. Nachfrage allein garantiert kein gutes Produkt. Sie schafft aber jene wirtschaftlichen Möglichkeiten, ohne die Dokumentation, Integrationen, Support und langfristige Produktpflege kaum wachsen können.

## Herstellerabhängigkeit ist kein Thema eines einzelnen Konzerns

In öffentlichen Debatten wird Vendor-Lock-in häufig auf Microsoft reduziert. Das greift zu kurz. Herstellerabhängigkeit ist kein Microsoft-Problem, sondern eine strukturelle Herausforderung der gesamten IT-Branche. Sie entsteht durch Architektur-, Lizenz-, Betriebs- und Beschaffungsentscheidungen und muss unabhängig vom Namen des Anbieters bewertet werden.

Ein aktuelles Beispiel ist das von der [Bundesbeschaffung GmbH](https://www.bbg.gv.at/information/aktuelle-ausschreibungen/) geführte Verfahren „Microsoft Enterprise & Select“ mit der Geschäftszahl 3601.05320. Die [EU-Bekanntmachung 770423-2026](https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/770423-2026) nennt für die Rahmenvereinbarung einen geschätzten Gesamtwert von 1,698 Milliarden Euro; die BBG führt aktuell den 26. November 2026 als Schlusstermin. Gegenstand sind in drei Losen Microsoft-Produkte und -Leistungen der Modelle Enterprise, Select Plus und CSP, darunter Softwarelizenzen, Subscriptions, Wartung, Cloud-Produkte und verbundene Dienstleistungen. Ein geschätzter Rahmenwert ist weder ein beschlossenes Budget noch mit späteren tatsächlichen Abrufen oder bereits ausgegebenen Mitteln gleichzusetzen. Er zeigt dennoch die langfristige wirtschaftliche Größenordnung solcher Entscheidungen.

Das Verfahren ist auf Produkte und Leistungen von Microsoft ausgerichtet. Wettbewerb zwischen Vertriebspartnern ist dabei nicht dasselbe wie produktneutraler Wettbewerb zwischen unterschiedlichen technologischen Ansätzen. Daraus folgt kein Vorwurf eines Vergaberechtsverstoßes. Es ist aber ein legitimer Anlass zu fragen, wann Alternativen geprüft werden, wie Wechselmöglichkeiten bewertet werden und welche Abhängigkeiten über die Vertragslaufzeit entstehen.

Der Blick muss ebenso auf andere Ökosysteme fallen. [IBM schloss die Übernahme von Red Hat 2019 ab](https://www.ibm.com/investor/news/ibm-completes-acquisition-of-red-hat) und [übernahm HashiCorp im Februar 2025](https://newsroom.ibm.com/2025-02-27-ibm-completes-acquisition-of-hashicorp%2C-creates-comprehensive%2C-end-to-end-hybrid-cloud-platform). Technologien wie Red Hat Enterprise Linux, OpenShift, Ansible Automation Platform, Terraform und Vault sind für viele moderne IT-Architekturen relevant. Sie können technisch hochwertig und für konkrete Anforderungen sinnvoll sein. Gleichzeitig müssen Eigentümerstrukturen, Subscription-Modelle, Produktstrategien und Wechselmöglichkeiten Teil einer langfristigen Bewertung bleiben.

Die Lizenzänderung von Terraform im Jahr 2023 und die daraus entstandene [OpenTofu-Initiative unter dem Dach der Linux Foundation](https://opentofu.org/faq/) veranschaulichen, dass Lizenz- und Governance-Entscheidungen reale Folgen für Anwender und Ökosysteme haben können. Dabei ist sauber zwischen offenen Projekten, kommerziellen Angeboten und proprietären Komponenten zu unterscheiden.

## Digitale Souveränität braucht auch europäische Infrastruktur

Software ist nur ein Teil der digitalen Wertschöpfung. Ebenso wichtig ist, wo Infrastruktur betrieben wird, wer darauf technisch zugreifen kann, welchem Rechtsraum Betreiber und Unterauftragnehmer unterliegen und ob Daten sowie Konfigurationen in ein anderes Betriebsmodell übertragen werden können.

Österreich verfügt über Rechenzentrumsbetreiber, Hosting-Unternehmen, IT-Dienstleister und eigene Infrastrukturkompetenz. Werden geeignete Leistungen verstärkt bei österreichischen und europäischen Unternehmen bezogen, kann dies regionale Wertschöpfung stärken, Arbeitsplätze und Fachwissen sichern, Investitionen in Rechenzentren ermöglichen und den Ausbau europäischer Cloud-Angebote unterstützen. Tatsächliche Nachfrage ist eine Voraussetzung dafür, dass alternative Betriebsmodelle wirtschaftlich wachsen und langfristige Betriebskompetenz erhalten bleibt.

Ein physischer Standort in Österreich bedeutet nicht automatisch österreichische Kontrolle. Entscheidend sind Eigentümer- und Betreiberstrukturen, anwendbare Rechtsordnungen, technischer Zugriff auf Daten, Verschlüsselung und Schlüsselverwaltung, Betriebsverantwortung, Datenportabilität, Exit-Strategien und wirtschaftliche Unabhängigkeit. Umgekehrt garantiert europäisches Hosting allein keine vollständige technische oder rechtliche Unabhängigkeit.

AWS, Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle Cloud sind leistungsfähige Plattformen. Die entscheidende Kritik ist nicht ihre amerikanische Herkunft, sondern die Konzentration von Infrastrukturleistungen, die langfristige Kontrolle über Betriebsprozesse und die wirtschaftlichen Folgen für europäische Anbieter. Dieselben Maßstäbe müssen auch für europäische Betreiber gelten.

Wenn wir in Österreich und Europa über eigene Rechenzentren, Fachkräfte und Infrastrukturunternehmen verfügen, warum sollten wir diese Möglichkeiten nicht gezielter nutzen und weiterentwickeln? Das ist kein Ruf nach pauschalen Beschaffungsverboten oder rechtlich ungeprüften Bevorzugungen, sondern eine konstruktive wirtschafts- und technologiepolitische Frage.

## Öffentliche Beschaffung als wirtschaftlicher Hebel

Die öffentliche Hand kann mit ihren Beschaffungsentscheidungen bestehende Ökosysteme festigen oder neuen Anbietern Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Dafür müssen Ausschreibungen nicht ideologisch, sondern lebenszyklusorientiert gestaltet werden.

Zu einer belastbaren Bewertung gehören die tatsächlich notwendigen Funktionen, offene Standards, Migrations- und Exportmöglichkeiten, Sicherheitsanforderungen, laufende Betriebskosten, interne Kompetenz und die Frage, wie Wettbewerb über die gesamte Nutzungsdauer erhalten bleibt. Kleinere europäische Anbieter benötigen Lose und Teilnahmebedingungen, die ihre Leistungsfähigkeit berücksichtigen, ohne notwendige Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen abzusenken.

Es wäre falsch, funktionierende Systeme ohne Rücksicht auf Kosten und Risiken auszutauschen. Ebenso kurzsichtig wäre es, Wechselmöglichkeiten nie aufzubauen, weil der aktuelle Betrieb bequem erscheint. Souveräne Beschaffung hält beides zusammen: Stabilität heute und Handlungsfähigkeit morgen.

## Strategische Entscheidungen brauchen öffentliche Sichtbarkeit

Große IT-Beschaffungen wirken über Jahre auf Haushalte, Infrastruktur, Wettbewerb und technische Abhängigkeiten. Die Veröffentlichung auf einem Vergabeportal schafft formale Transparenz. Sie sorgt jedoch nicht automatisch dafür, dass Bürgerinnen und Bürger die Tragweite einer Entscheidung verstehen können.

Ein Anliegen aus unserem Gespräch war deshalb eine verständlichere öffentliche Einordnung großer IT-Beschaffungen. Neben den formalen Vergabedaten sollten strategische Ziele, geprüfte Alternativen, langfristige Bindungen und mögliche Abhängigkeiten nachvollziehbar erklärt werden. Dabei geht es weder um den Vorwurf, Informationen würden geheim gehalten, noch um eine unbelegte Aussage zur Medienberichterstattung. Es geht um gesellschaftlich verständlichen Kontext bei Entscheidungen mit erheblicher wirtschaftlicher und technologischer Wirkung.

## Mut zur Veränderung und Verantwortung für ein nachhaltiges Österreich

Mut zur Veränderung bedeutet, gewachsene Strukturen zu hinterfragen und Alternativen ernsthaft zu evaluieren. Er bedeutet nicht, funktionierende Technik ohne Not auszutauschen. Veränderung ist dort sinnvoll, wo sie langfristig Wahlfreiheit, Sicherheit, Wartbarkeit und Kompetenz verbessert.

Verantwortung bedeutet, technologische Entscheidungen nicht nur anhand kurzfristiger Preise oder bestehender Gewohnheiten zu treffen. Eigentümer- und Kontrollstrukturen, langfristige Wartbarkeit, Sicherheit, europäische Wertschöpfung und zukünftige Handlungsmöglichkeiten gehören ebenso in die Bewertung.

Ein nachhaltiges Österreich braucht moderne digitale Infrastruktur und zugleich Menschen und Organisationen, die diese Infrastruktur verstehen, entwickeln und betreiben können. Dazu gehören österreichische und europäische Softwareunternehmen, unabhängige Rechenzentrumsbetreiber, Bildungseinrichtungen, Forschung, IT-Dienstleister und Open-Source-Communities.

Ich bin überzeugt: Digitale Souveränität entsteht nicht dadurch, dass wir internationale Technologien grundsätzlich ablehnen. Sie entsteht dadurch, dass wir echte Alternativen schaffen, unsere eigenen Kompetenzen stärken und die Freiheit behalten, selbst zu entscheiden.

## Fazit: Entscheidungen von heute schaffen die Möglichkeiten von morgen

Der Austausch mit Süleyman Zorba war ein weiterer Schritt in einer längerfristigen Diskussion zwischen Politik, Wirtschaft und technischer Praxis. Solche Gespräche sind wichtig. Veränderung entsteht aber erst, wenn ihnen konkrete Prüfungen, Pilotprojekte, Investitionen und nachvollziehbare Beschaffungsentscheidungen folgen.

Wir verfügen in Österreich und Europa bereits über viele der Technologien, Unternehmen und Fachkräfte, die wir für eine souveränere digitale Zukunft benötigen. Natürlich werden wir nicht sämtliche Abhängigkeiten von heute auf morgen beseitigen können. Das sollte aber kein Grund sein, notwendige Veränderungen immer wieder aufzuschieben.

Wenn wir wollen, dass europäische Lösungen langfristig bestehen, wachsen und sich weiterentwickeln, müssen wir ihnen auch die Möglichkeit dazu geben. Dazu braucht es konkrete Entscheidungen, Investitionen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Für mich ist das eine Frage des Mutes zur Veränderung und der Verantwortung, Entscheidungen nicht nur für den nächsten Vertrag oder eine politische Periode, sondern für ein nachhaltiges Österreich und kommende Generationen zu treffen.

Ich danke Süleyman Zorba für den offenen und konstruktiven Austausch über diese Fragen.

## Titelbild

[![Mathias Rumbold von ForgeOne und Nationalratsabgeordneter Süleyman Zorba beim Austausch über digitale Souveränität am 5. November 2026.](https://forgeone.solutions/media/mathias-rumbold-sueleyman-zorba-digitale-souveraenitaet-2026-11-05-original.jpg)](https://forgeone.solutions/media/mathias-rumbold-sueleyman-zorba-digitale-souveraenitaet-2026-11-05-original.jpg)

## Autor

Mathias Rumbold

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## Links und Quellen

- [Österreichisches Parlament: Süleyman Zorba](https://www.parlament.gv.at/person/5681)
- [OSSBIG: Verein und Aufgaben](https://www.ossbig.at/verein/)
- [BBG: Aktuelle Ausschreibungen](https://www.bbg.gv.at/information/aktuelle-ausschreibungen/)
- [TED: Microsoft Enterprise & Select, Bekanntmachung 770423-2026](https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/770423-2026)
- [IBM: Abschluss der Übernahme von Red Hat](https://www.ibm.com/investor/news/ibm-completes-acquisition-of-red-hat)
- [IBM: Abschluss der Übernahme von HashiCorp](https://newsroom.ibm.com/2025-02-27-ibm-completes-acquisition-of-hashicorp%2C-creates-comprehensive%2C-end-to-end-hybrid-cloud-platform)
- [OpenTofu: Hintergründe und Governance](https://opentofu.org/faq/)
- [XWiki: Open-Source-Wissensplattform](https://www.xwiki.com/)
- [grommunio: Groupware und Collaboration](https://grommunio.com/)
- [OpenProject: Open-Source-Projektmanagement](https://www.openproject.org/)
- [Bareos: Open-Source-Backup](https://www.bareos.com/de/produkt/)
- [Proxmox: Virtualisierungs- und Infrastrukturplattformen](https://www.proxmox.com/de/)
- [SUSE: Enterprise Linux und Infrastruktur](https://www.suse.com/)
- [eM Client: E-Mail und Produktivität](https://www.emclient.com/)
- [ATIX: orcharhino](https://atix.de/produkte/orcharhino/)
